Union der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten
Landesverband Nordrhein-Westfalen

Landesvorsitzender Heiko Hendriks beim Empfang der UdVA der CDU Paderborn

Ein halbes Jahr nach ihrer Gründung hat die Union der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten (UdVA) der CDU Paderborn zum Neujahrsempfang geladen. Fast 100 Gäste konnte der Kreisverband im AiREA-Hotel am Flughafen Paderborn-Lippstadt begrüßen. Vorsitzende Veronika Brauer freute sich, dass neben Paderborns Bürgermeister Stefan-Oliver Strate (CDU) auch die stellvertretende UdVA-Bundesvorsitzende Albina Nazarenus-Vetter und der UdVA-Landesvorsitzende Heiko Hendriks gekommen waren.

Zu Gast beim Neujahrsempfang der UdVA Paderborn (von links): UdVA-Bundesvize Albina Nazarenus-Vetter, UdVA-Landesvorsitzender Heiko Hendriks sowie die Journalistin Yulia Antonjan mit den UdVA-Kreisvorstandsmitgliedern Alina Zabel, Veronika Brauer, AngelikZu Gast beim Neujahrsempfang der UdVA Paderborn (von links): UdVA-Bundesvize Albina Nazarenus-Vetter, UdVA-Landesvorsitzender Heiko Hendriks sowie die Journalistin Yulia Antonjan mit den UdVA-Kreisvorstandsmitgliedern Alina Zabel, Veronika Brauer, Angelik

Vom großen Andrang war selbst die UdVA-Kreisvorsitzende Veronika Brauer überrascht, die seit Wochen für die Veranstaltung und die neue CDU-Vereinigung geworben hatte. „Bei unseren ersten Gesprächen im August waren wir noch zu zehnt und heute haben wir 50 Mitglieder. Der enorme Zuwachs und das Interesse heute zeigen, wie groß das Bedürfnis in der Spätaussiedler- und Heimatvertriebenen-Community nach einem politischen Sprachrohr ist“, sagte Brauer. 

Auch Heiko Hendriks zeigte sich im Rahmen seiner gut fünfzehn minütigen Ansprache erfreut, dass so viele Gäste zum Empfang des neuen UdVA-Kreisverbands Paderborn gekommen waren und bedankte sich imNamen des Landesverbandes für das Engagement aller, insbesondere derjenigen, die den Mut hatten, einen neuen Kreisverband zu gründen.. Er betonte, dass die Union die einzige Partei sei, die eine Vereinigung wie die UdVA habe und die Union somit eine gute Basis für eineechte Interessenvertretung für die Anliegen der deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler biete. Eingebettet in die Strukturen der Union ist man damit ein „echter Faktor in der Politikgestaltung“, so Hendriks wörtlich. Zugleich sei es, seiner Ansicht nach, eigentlich die Aufgabe aller Parteien, sich um die spezifischen Anliegen der über zwei Millionen Deutschen in Nordrhein-Westfalen zu kümmern, die einen Vertriebenen-, Aussiedler- oder Übersiedlerhintergrund haben. Themen gäbe es genug, so der Vorsitzende der UdVA der CDU NRW. Als Beispiele nannte er den Einsatz für die Bewahrung der Kultur der Vertriebenen und Aussiedler, Informationen über die historischen Hintergründe von Vertreibung und Aussiedlung bis hin zu rentenpolitischen Fragen. Bezogen auf die größte Gruppe mit über 3,8 Millionen Mensch in der Bundesrepublik,  die Deutschen aus Russland, sagte er wörtlich: „Zusätzlich müssen wir alles daransetzen, zum Beispiel auch die Geschichte der Deutschen aus Russland in die Gesamtgesellschaft zu tragen, auch um deutlich zu machen, dass nicht jeder Lebensweg identisch ist. Die Kenntnis über die Geschichte des anderen hilft erwiesenermaßen, einander besser zu verstehen. Gerade uns als Union kommt dabei die Aufgabe zu, Brücken zu bauen und die Gesellschaft zusammenzuhalten“. Zum Abschluss machte er deutlich, dass er froh sei, dass die Landesregierung, allen voran Ministerpräsident Hendrik Wüst, fest an der Seite der Heimatvertrieben und Spätaussiedler stehe und dies u.a. mit der Berufung eines Beauftragten der Landesregierung und einem ansehnlichen Etat für die Belange nach §96 BVFG nach innen und außen dokumentiere.

Die stellvertretende UdVA-Bundesvorsitzende Albina Nazarenus-Vetter rückte die Bedeutung der Kultur, Geschichte und Integrationsleistung der Spätaussiedler in den Fokus. Diese Zuwanderungsgruppe hat einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg und zur kulturellen Vielfalt der Bundesrepublik geleistet. „Mit Ihrem Fleiß und Ihrer kulturellen Tradition bereichern Sie unser Zusammenleben und sorgen dafür, dass Deutschland wirtschaftlich stark und kulturell vielfältig bleibt“, sagte sie. Als zentrale politische Themen nannte sie unter anderem die Stärkung der kulturellen Identität, die Beseitigung von Nachteilen bei der Rente und die Bekämpfung von Altersarmut, mehr politische Bildung sowie eine stärkere gesellschaftliche Teilhabe. Zugleich rief sie Aussiedler und Spätaussiedler dazu auf, sich aktiv für ihre Interessen und für das Gemeinwesen einzusetzen und die freiheitlich-demokratische Gesellschaft mitzugestalten. 

Die UdVA-Kreisvorsitzende Veronika Brauer nahm zum Abschluss Bezug auf ihre persönliche Spätaussiedler-Geschichte: „Wenn ich an meine Kindheit in Kasachstan zurückdenke, höre ich immer wieder einen Satz meiner Großeltern: ‚Wir gehen heim.‘ Sie haben ihn oft gesagt, mit Sehnsucht, mit Hoffnung und manchmal auch mit Wehmut.“ Ihre Großeltern hätten in Kasachstan alles zurückgelassen. Sie seien den schweren Weg dennoch gegangen, damit ihre Nachkommen eine bessere Zukunft hätten. „Damit wir Chancen haben, die ihnen selbst oft verwehrt geblieben sind. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar“, sagte Brauer. „Diese Dankbarkeit ist für mich Antrieb und Verantwortung zugleich, unsere Geschichte nicht verstummen zu lassen und zu zeigen, wer wir sind.“